Wohnen, Stadtentwicklung und Baupolitik

Wohnraum ist die soziale Frage unserer Zeit – und zugleich ein Standortfaktor. München braucht wieder Tempo beim Bauen: mit schnelleren Verfahren, praxistauglichen Regeln und einer Stadtentwicklung, die Kooperation vor Konfrontation stellt.

Das wollen wir:

1. Stadtentwicklung und Wohnen

München wächst – aber Wachstum darf nicht auf Kosten von Lebensqualität, Grünflächen und funktionierender Infrastruktur gehen. Wir setzen auf Bauen mit Sinn und Verstand: gute Architektur, rechtzeitig geplante Schulen und Kitas, verlässliche Verkehrsanbindung und Platz für Gewerbe. Stadtentwicklung gelingt nur, wenn Wohnen, Arbeiten, Grün und Infrastruktur zusammen gedacht werden.

2. Qualitative Stadtentwicklung: Bauen mit Sinn und Infrastruktur

Kein „Wohnungsbau um jeden Preis“, sondern nur dort, wo Erschließung, soziale Infrastruktur, Nahversorgung und Freizeitangebote rechtzeitig mitwachsen – und Grün nicht unnötig verloren geht.

3. München +2: Nachverdichten mit Maß statt neue Riegel

Wir setzen auf Aufstockung bestehender Blockrandbebauung um ein bis zwei Geschosse und das Schließen von Lücken (auch als Lärmschutz) – statt Gartenflächen mit weiteren gesichtslosen Riegelbauten zu überbauen.

4. Mut zur Höhe: Hochhäuser dort, wo sie der Stadt nutzen

Die starre 100-Meter-Grenze ist überholt. Wir befürworten architektonisch anspruchsvolle Hochhäuser an geeigneten Standorten – wenn sie Grün erhalten oder schaffen, öffentlichen Raum verbessern und Quartiere stärken.

5. Architektur mit Anspruch: Neue Leuchttürme für München

München braucht wieder sichtbare architektonische Highlights – so, wie frühere Leuchttürme die Stadt geprägt und aufgewertet haben.

6. Bauland kreativ gewinnen: Überbauung von Verkehrstrassen

Wir prüfen die Überbauung von Autobahn, Straße, Schiene und Parkflächen – z. B. an der A96 – um neue Wohnbauflächen zu schaffen, ohne zusätzliche Freiflächen zu verbrauchen.

7. Stadt und Umland: Kooperation mit Anreizen statt Sonntagsdialog

Wohnraum gelingt nur gemeinsam mit dem Umland. Wir entwickeln ein anreizorientiertes System, bei dem Fördermittel stärker an echte Wohnungsbaukooperationen und passende ÖPNV-Verbindungen geknüpft werden.

8. Kooperative Stadtentwicklung: Gemeinsam statt SEM und Konfrontation

Statt städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen und Eskalation setzen wir auf Kooperation mit Eigentümern: Planung „aus einem Guss“, faire Beteiligung an Infrastrukturkosten und Anreize für preisgedämpfte Wohnungen. Die SEM-Projekte im Münchner Norden und Nordosten wollen wir beenden – und Stadtentwicklung über ein kooperatives Stadtentwicklungs-Modell (KOSMO) voranbringen.

9. Gartenstädte erhalten: Lebensqualität und Grün schützen

Wir stoppen die dauerhafte Nachverdichtung in Gartenstädten, die Grün zerstört, aber kaum bezahlbaren Wohnraum schafft – und bekennen uns klar zu diesem Siedlungstyp.

10. Mieterschutz mit Verstand: Direkt helfen statt Fehlsteuerung

Wir führen ein kommunales Wohngeld ein und prüfen Fehlbelegungen konsequent. Hilfe soll bei den Menschen ankommen, die sie brauchen – durch Subjektförderung statt teurer Objektförderung. Ergänzend stärken wir Mietergenossenschaften und bauen die Beratung über die Mitbauzentrale aus.

11. Eigentum fördern: Vermögen aufbauen, Altersarmut vorbeugen

Wir verteufeln Eigentum nicht, sondern prüfen neue Wege: Mietkaufmodelle, Fondsmodelle, Bürgschaften für Eigenkapitalersatz und genossenschaftliche Großmodelle – plus Anreize zur Privatisierung von Mietwohnungen.

12. Smarte Stadtentwicklung: Datenhoheit und digitale Planung

Smart City heißt: integrierte Planung von Energie, Gebäuden, Verkehr und Wasser – mit leistungsfähigen, interoperablen Geodaten, 3D-Modellen und digitaler Bauleitplanung, bei klarer Datenhoheit der Stadt.

13. Grün erhalten: Freiräume als Gesundheits- und Klimaschutz

Wir sichern grüne Infrastruktur wie Frischluftschneisen und Kaltluftgebiete und erhalten Parks und Freiräume als Orte der Begegnung, Erholung und Identität.

14. Wohnen und Gewerbe: Urbane Gebiete konsequent nutzen

Wir setzen stärker auf „Urbane Gebiete“ für gemischte Quartiere, kurze Wege und mehr Mitarbeiterwohnen – mit zeitgemäßem Lärmschutz und konsequenter Nutzung neuer Bundesinstrumente für schnelleres Bauen.

15. SOBON 2026: Zurück zu einem wirtschaftlichen Maß

Wir kehren zur SOBON 2017 zurück und korrigieren die SOBON 2021, die private Bautätigkeit ausgebremst hat. Sozialer Wohnungsbau braucht Vorgaben, die auch wirtschaftlich umsetzbar sind. Wenn Fördermittel nicht ausreichen, schaffen wir flexible Lösungen, damit Wohnungsbau weiterhin möglich bleibt und Projekte nicht an starren Vorgaben scheitern.

16. Förderung sichern: Freistaat und Stadt in der Pflicht

Wir bekennen uns zur Wohnungsbauförderung auf allen Ebenen. Gleichzeitig braucht es realistische Rahmenbedingungen – auch bei Vergleichsmieten – damit Fördermodelle in München funktionieren.

17. Münchner Wohnen: Wirtschaftlichkeit wieder ermöglichen

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft muss wirtschaftlich handeln können; Eigenkapital stärken wir und bauen Kooperationen mit der Privatwirtschaft aus.

18. Verwaltung entschlacken: Genehmigungen beschleunigen

Wir beschleunigen Bauanträge und Bauleitplanung durch Entbürokratisierung, digitale Verfahren und das Streichen nicht notwendiger Vorschriften. Insbesondere Regelungen in Bebauungsplänen werden wir auf das gesetzliche Mindestmaß reduzieren. Wir wollen Genehmigungsprozesse beschleunigen und dadurch Bauantragsverfahren und Bauleitplanung in der Stadtverwaltung spürbar schneller machen. Ein einheitlicher Ansprechpartner führt durch den gesamten Behördenablauf und hilft über Hürden hinweg.

19. Die Genehmigungsbehörde als Partner und Ermöglicher

Wir richten die Genehmigungsbehörden konsequent als beratende Partner der Bauwerber aus: Im Mittelpunkt steht, wie ein Vorhaben möglich wird – nicht, warum es scheitert. Die Vollständigkeit der Unterlagen ist künftig innerhalb von zehn Arbeitstagen zu prüfen; erfolgt keine Rückmeldung, gelten sie als vollständig. Die Genehmigungsfiktion wenden wir konsequent an und stellen sicher, dass Anträge nicht aus formalen Gründen abgelehnt werden, nur um Fristen einzuhalten.

20. Taskforce „Wohnungsbau“

Wir richten eine Taskforce „Wohnungsbau“ ein mit Verwaltung, Fachleuten, Kammern und Verbänden, um Verfahren zu prüfen, zu vereinfachen und regelmäßig zu evaluieren.

21. Planungsdauer verkürzen

Die Verfahrensdauer von Bebauungsplänen wollen wir von heute oft fünf bis sieben Jahren auf höchstens drei Jahre bringen. Münchner Besonderheiten in den Bauleitplanverfahren schaffen wir ab.

22. Bauvorschriften und Satzungen entschlacken

Stellplatz-, Baumschutz- und Zweckentfremdungssatzungen wollen wir praxistauglich machen, statt Wohnungsbau auszubremsen. Die Stellplatzregeln wollen wir flexibel und realistisch gestalten – nach Lage differenzieren und den Stellplatzschlüssel nicht weiter absenken. Den Baumschutz wollen wir entbürokratisieren – unnötige Verfahren reduzieren und Schutz dort konzentrieren, wo er langfristig sinnvoll ist.